Apple iPad Air im Test

Seit dem 1. November ist Apples fünfte Version des iPads erhältlich. Begleitet vom Motto „Alles können ist ganz leicht“ schickt das kalifornische Unternehmen sein neuestes Modell gewohnt selbstbewusst auf den Markt. Es zeigt sich im Tablet Test als leichter, schneller und schöner als seine Vorgänger, aber ob es auch für die Referenz reicht, klären wir im Test.

Gehäuse und Design

Das iPad Air erscheint in den Farben Silber und Space-Grau. Apple setzt wieder auf einen Unibody aus Aluminium, der hervorragend verarbeitet ist. Das Tablet wirkt wie aus einem Guss, die Aluminium- und Glaskomponenten fügen sich nahtlos aneinander. Schon auf den ersten Blick bemerkt man die gewohnte Qualität eines Apple-Produkts. Nimmt man es dann in die Hände, fällt sofort das niedrige Gewicht auf: Das iPad Air bringt zwischen 470 und 480 Gramm auf die Waage (je nach Version, LTE oder WLAN). Im Vergleich zum direkten Vorgänger iPad 4 ist es 180 Gramm leichter und mit 7,5 Millimeter auch noch 20 Prozent schmaler. Die nackten Zahlen machen sich auch im Alltag bemerkbar: Das Tablet hat ein enorm angenehmes Handling, die Abspeck-Kur zeigt sorgt für problemloses Arbeiten und verringert den Abstand zum iPad mini deutlich.

Der Panelrahmen ist ordentlich geschrumpft, somit fallen die seitlichen Balken nicht mehr störend auf. Der Daumen neigt dadurch jedoch leichter dazu, das Display versehentlich zu berühren. Hier hat Apple eine intelligente Antwort gefunden: Der Touchscreen hat eine Daumenerkennung integriert, die zwischen Haltegriff und Eingabe unterscheiden kann. Das ist nicht nur ein cooles Gimmick, sondern funktioniert in der Praxis prima.

Software

Auf dem Display des iPad Air begrüßt einen der bekannte Homescreen von iOS 7 – Apple hat dem Gerät natürlich die neueste Version seines mobilen Betriebssystems spendiert. Und das funktioniert gewohnt flüssig: Menüs und Bedienung präsentieren sich intuitiv, keinerlei Ruckler stören die Arbeit. Gänzlich neu ist dagegen das mitgelieferte Gesamtpaket an Software. Die vor kurzem aktualisierten iLife- und iWork-Apps können Käufer nun kostenfrei herunterladen. Damit haben Sie im App-Store neben iPhoto und iMovie kostenlosen Zugriff auf die Musikbearbeitung Garageband, die Textverarbeitung Pages, die Präsentationssoftware Keynote und die Tabellenkalkulation Numbers. Hier zeigt sich Apple ungewohnt spendabel. Natürlich sind auch für das iPad Air alle gängigen Apps verfürbar, wie beispielsweise auch der neue Opera Browser Coast.

In Sachen Vielfalt kommt nach wie vor kein Konkurrent an den App Store heran, weder Android noch Microsofts Windows 8 kommen gegen die etablierte Plattform an.

Display

Vom Vorgänger übernommen ist das sogenannte Retina-Display, welches mittlerweile bei Apple als Standard angesehen werden kann. Das 9,7 Zoll Display löst nach wie vor mit 2048×1536 Pixeln auf, wodurch die einzelnen Bildpunkte durch eine Pixeldichte von 264 ppi mit dem bloßen Auge nicht mehr zu erkennen sind. Das kleinere Display des Brudermodells iPad mini kommt dagegen bei gleicher Auflösung auf eine höhere Pixeldichte von 326 ppi. Somit hält Apple Kaufgründe für beide Versionen des iPads aufrecht.

Die Helligkeit mit einem maximalen Wert von rund 400 Candela pro Quadratmeter ist überdurchschnittlich gut. Bücher oder längere Texte kann man dadurch auch bei Sonnenlicht stundenlang lesen, der Amazon Kindle lässt grüßen. Auch der Betrachtungswinkel ist sehr angenehm, besonders wenn viele Personen gemeinsam auf das Display schauen, macht sich die IPS-Displaytechnologie bemerkbar.

Lediglich beim Anschauen von Filmen fällt das etwas veraltete, vom Röhren-Fernsehgerät bekannte 4:3 Format negativ auf, da zwangsläufig schwarze Balken oben und unten zu sehen sind. Hier liegen 16:9 Tablets klar vorne.

Leistung

Im Inneren des iPad Air schlägt das Apple A7 getaufte Prozessor-Kraftpaket, das auch im iPhone 5s werkelt. Flankiert wird der A7 vom M7-Motion-Coprozessor, der für die stromsparende Steuerung und Datenverarbeitung der Bewegungssensoren sorgen soll. Im Test schlägt sich das iPad Air souverän: Die Leistung des A7 überflügelt sogar die Konkurrenz aus dem Smartphone-Bereich, den Snapdragon 800 mit seinen höher getakteten vier Rechenkernen (etwa im Samsung Galaxy Note 10.1 verbaut). Auch modernste Spiele meistert der Chip und macht das Gerät zum Multimedia-Spitzenreiter. Doch gerade beim mehrstündigen Gaming ist die hohe Wärmeentwicklung grenzwertig, die Oberflächentemperatur steigt teils enorm.

Trotz geballter Power geht dem iPad Air nicht so schnell die Puste aus. Das vom Apple mit zehn Stunden angegebene durchschnittliche Durchhaltevermögen können wir bestätigen. Der nicht entfernbare Akku hat eine sehr gute Kapazität von 8827 mAh. Das sorgt für mindestens acht Stunden Vergnügen beim Video-Schauen und noch immerhin ordentliche sechs Stunden beim Internet-Surfen. Das Aufladen am 12-Watt-Netzteil dauert ca. vier Stunden. In Sachen Ausdauer hinterlässt es somit einen ordentlichen Eindruck. Daher steht das iPad Air mit duchhaltender Power für einen langen Uni Tag auch bei Studenten hoch im Kurs. Auf viele der hochwertigen Apple Produkte gibt es übrigens besondere Vergünstigungen für Studenten im Apple Education Store.

Ausstattung

Die Käufer eines neuen iPad Air stehen vor der Qual der Wahl: Je nach Ausstattung (mit oder ohne LTE) stehen 16, 32, 64 oder 128 Gigabyte Flash-Speicher zur Verfügung. Die Entscheidung sollte gut überlegt sein, denn nachträglich die Kapazität zu erhöhen ist im Vergleich zur Konkurrenz von Samsung & Co nicht möglich: Apples neues Tablet hat wie seine Vorgänger keinen erweiterbaren Speicher. Dadurch wird man gezwungen, beim Einkauf tief in die Tasche zu greifen, denn Filme und Spiele verschlingen viel Platz und die Aufrüstung lässt sich Apple wie immer teuer bezahlen.

Alle Versionen eint Bluetooth in der Version 4.0, mit HSPA+ gibt es eine schnelle Verbindung zum Internet. Für einen saftigen Aufpreis kann zusätzlich eine LTE-Variante des iPad Air erworben werden, wodurch alle gängigen Frequenzbänder abgedeckt sind. Das integrierte WLAN-Modul unterstützt die IEEE-802.11-Standards a/b/g/n und hat eine recht gute Reichweite: Ob große Wohnung oder Hörsaaal, wir konnten stets eine gute Verbindung feststellen.

Bei den Anschlüssen zeigt Apple erneut große Schwächen. Einzig die 3,5 Millimeter-Klinkenbuchse ist universeller Standard und bietet Platz für alle gängigen Kopfhörer und PC-Boxen. Doch Micro-USB-, Micro-SD-Karten- oder HDMI-Anschlüsse sucht man wie beim Vorgängermodell iPad 4 vergebens. Auch der multifunktionale Lightning-Port ist auf nicht im Lieferumfang enthaltene Kabel angewiesen. Die geeigneten Adapter, auf die man zwangsläufig zurückgreifen muss, kosten gut und gerne um die 50 Euro im Apple Store. Das kann die Android-Konkurrenz deutlich besser und Nutzer-freundlicher.

In den Karton packt Apple Netzteil und Verbindungskabel zum Computer. Das darüber hinaus erhältliche Zubehör ist obligatorisch: Die Anschaffung eines Smart-Cover oder Smart-Case macht durchaus Sinn, da sich der Qualitätsanspruch auch auf das hauseigene Zubehör erstreckt.

Die rückseitige iSight-Kamera macht nach wie vor 5-Megapixel-Fotos und nimmt Videos in Full-HD auf. Das reicht den alltäglichen Ansprüchen zu Genüge, hebt das iPad Air jedoch nicht von der Konkurrenz ab. Die Frontkamera ist leicht verbessert worden: Die 1,2 Millionen Pixel sorgen für ein rundum besseres Bild. Bei beiden Kameras ist jedoch noch immer weder Blitzlicht noch Bildstabilisator integriert. Im Dunkeln knipsen geht also nicht.

Technische Daten (Auszug)

Prozessor A7 (64 Bit), M7, Dual-Core
Arbeitsspeicher 1 GB RAM
Speicher 16, 32, 64 oder 128 GB
Display 9,7 Zoll Touchscreen – Auflösung 2.048 x 1.536 Pixel
Digitalkamera Front: 1,2 Megapixel; Rück: 5 Megapixel iSight
Datenübertragung WLAN-n, Bluetooth 4.0, optional Edge, UMTS, DC-HSDPA, LTE
Gewicht 469 Gramm
Akkulaufzeit ca. 8 Stunden
Betriebssystem iOS 7
Fazit:

Das iPad Air hält, was es verspricht: Es ist erstaunlich schlank und gleichzeitig durch den A7-Chip extrem schnell. Das Retina-Display, die perfekte Verarbeitung und das gewaltige Software-Paket komplettieren den Eindruck. Die Kehrseite: Die Einsteigerversion für 479 Euro hat kein LTE, keinen erweiterbaren Speicher und kaum Anschlüsse. Wer mehr will, muss draufzahlen. Zusätzlich kann das kleinere iPad mini mit einer höheren Pixeldichte punkten. Unterm Strich jedoch ist Apples iPad Air bei den 10-Zoll-Tablets die klare Referenz!

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