Asus Fonepad 7 im Test

Tablet-PCs werden immer beliebter – und infolge dessen auch von immer mehr Technikkonzernen hergestellt. So tummeln sich neben den ganz großen Fischen à la Apple & Co. mittlerweile auch viele kleinere Computertüftler auf dem internationalen Markt der Scheibenwunder. Doch nur wenige Hersteller verpassen ihren Kleinstrechnern wirklich anspruchsvolle Techniken, weshalb es sich insbesondere vor dem Kauf eines Tablet-PCs lohnt, etwas umfangreichere Vergleichsstudien anzustellen. Asus beispielsweise konnte mit der cleveren und zugleich simplen Idee, Tablets mit Telefonfunktionen auszustatten, auf der ganzen Welt Anerkennung ernten – und mit mehreren Nexus-Modellen sowie dem Vorgänger, dem Fonepad, sogar einige Erfahrungen in Sachen Flunder-PCs sammeln. Was das neueste Modell aus dem Hause Asus auf dem Kasten beziehungsweise auf der Scheibe hat, wo dessen Vor- und Nachteile liegen, und ob sich der Kauf des zweiten Fonepads lohnt, verrät der Produktbericht.

Gelungenes Design mit Holpersteinen

Bei einem hochwertigen Tablet ist Aussehen nicht nur Nebensache. Das Wischen, Tupfen und Tippen auf einem edlen und ansehnlichen Tablet-PC macht eben schlichtweg mehr Spaß, als es bei einem minderwertigen oder gar unattraktiven Modell der Fall ist. Das Fonepad 7 lässt sich wohl als Kompromiss aus beiden Extremen bewerten: Im Gegensatz zum Vorgänger etwa fehlt nun die anmutige Aluminiumverkleidung, welche einem Hartplastikmantel weichen musste. Das Modell wirkt damit etwas unspektakulärer, hat jedoch keinerlei Qualitätseinbußen hinnehmen müssen. Sämtliche Außenelemente sitzen durchaus sehr fest, geben ein stimmiges Bild ab und machen selbst noch nach mehreren Monaten regelmäßiger Benutzung eine gute Figur. Denn gegenüber Gebrauchsspuren wie Kratzer, Abschürfungen und Farbausbleichungen sind die Karbonatteilchen sehr resistent. Einzig und allein Fingerabdrücke machen sich auf dem rund 20 x 11 x 1 Zentimeter großen Tablet-PC recht schnell bemerkbar. Das Gewicht des Fonepad 7 liegt bei exakten 332 Gramm (inklusive des Akkus). Mobilitätstechnisch erntet das Modell also solide Mittelwerte.

Schwerpunkt Displayqualität

Insgesamt lässt sich der Bildschirm des Asus Fonepad 7 als gut bewerten – so viel sei schon einmal verraten. Auf dem (je nach Geschmack eventuell etwas zu kleinen) 7-Zoll-Touchscreen werden schließlich „nur“ 1.280 x 800 Pixel angezeigt. Das macht 216 Bildpunkte pro Zoll und liegt demnach unter den Werten anderer Bildschirmtypen. So konnte selbst das Asus Nexus 7, ebenfalls ein Scheiben-PC samt 7-Zoll-Bildschirm, mit einer Full-HD-Auflösung aufwarten. Werte, die das „IPS-Panel“ des Fonepad 7 leider nicht erreichen kann: Vor allem beim Lesen von Textformaten – sei es nun die E-Mail oder aber die Tageszeitung – machen sich die einzelnen Pixel spürbar im Auge bemerkbar, der Nutzer ermüdet also recht schnell. Ebenfalls schade: Schwarz-, Weiß- und Helligkeitswerte fallen etwas schwach aus. Dies bedeutet für den Praxiseinsatz, dass sich das gute Stück nicht optimal an der frischen Natur nutzen lässt – ein im Grunde genommen jedoch vertragbarer Nebeneffekt.

Für das überwiegend positive Fazit in Sachen Bildschirmspaß sorgen wiederum gleich mehrere Eigenschaften. So liefert das Fonepad 7 sehr scharfe Kontrastverhältnisse (146 :1) und weist eine überraschend gute Verarbeitung verschiedener Blickwinkeleinfälle auf. Und: Asus bietet seinen Kunden an, das Modell einer Feinjustierung zu unterziehen. Auf Wunsch können somit etwa Kontrast- und/oder Berührungsempfindlichkeitswerte des IPS-Panels noch einmal in die Höhe geschraubt werden! Apropos Berührungsempfindlichkeit: Die Sensortechnik des Fonepad 7 fällt noch einen Tick sensibler als bei dessen Vorgänger aus – nicht zuletzt aufgrund der überarbeiten Impulstechnologie! Auch die CPU dürfte an der schnellen Bedienung ihren Teil beitragen.

Das technische Innenleben

Dreh- und Angelpunkt im Inneren eines Tablet-PCs stellt wohl der Prozessor in einem Tablet Testdar. Bei dem Asus Fonepad 7 handelt es sich um einen Atom Z2560 von Intel: Mit einer Taktfrequenz von 1,6 GHz kann die Zweikern-Plattform zwar nicht mit den Höchstleistungstaktraten aktueller Quad-Core-Versionen gleichziehen, wird mit einem 1 GB großen Arbeitsspeicher und einer zusätzlichen Verwaltungssoftware jedoch mehr als ausreichend unterstützt, um einen wirklich flüssigen und flotten PC-Gebrauch garantieren zu können. Selbst das Ausführen mehrerer aufwendigerer Apps (Multitasking) klappt wie am Schnürchen. Einzig und allein die brandneuesten 3D-Games lassen sich derweil noch nicht mit dem Fonepad 7 zocken. Zukünftige Updates könnten in dieser Beziehung jedoch für Abhilfe sorgen.

Neben dem Arbeitsspeicher lässt sich im Innenleben des Asus-Modells selbstverständlich auch ein Festplattenspeicher finden, welcher mit einem Volumen von 16 GB völlig ausreichend ausfällt: Selbst nach Abzug für Betriebssystem und den zusätzlichen Asus-Diensten (dazu später mehr) bietet das Asus genügend Speicherplatz. Und dank eines zusätzlichen Micro-SD-Kartenfachs lässt sich dieser problemlos um bis zu 64 GB erweitern – vorbildlich!

Abschließend sei noch ein Blick auf den Akku geworfen. Mit einer Leistung von exakt 3950 mAh haben die Kraftzellen im Vergleich zum Vorgänger nämlich einen Hauch an Leistung verloren, liefern dank einer neuen Stromspartechnik des überholten Prozessors im Endeffekt jedoch eine längere Betriebszeit! So hält das Fonepad 7 im Dauerbetrieb etwas länger als sechs Stunden durch. Bei einer täglichen Benutzung (und aktiviertem W-LAN) muss das gute Stück somit spätestens nach drei Tragen an die Steckdose. Ein durchaus gutes Ergebnis also.

Software-Umfang

Als Betriebssystem kommt auf dem Fonepad 7 – wie hätte es anders sein können – Android (in der 4.2.2-Version) zum Einsatz. Asus hat dem Jelly-Bean-Konzept allerdings noch eine zusätzliche Benutzeroberfläche, auch UI (User Interface) genannt, verpasst: Waveshare bietet dem Nutzer hier und da kleine Verbesserungen, bedarf jedoch auch ein bisschen Gewöhnungszeit. Wer sich mit den Feinheiten der Mini-Apps und der überarbeiteten Statusleiste jedoch erst einmal vertraut gemacht hat, wird einen spürbaren Vorteil gegenüber der Rohvariante eines Android-Systems feststellen. Apropos Apps: Mit einem breiten Zusatzinventar kleiner Miniprogramme, wie etwa einer Online-Bibliothek oder einem Notizverwalter, liefert Asus auch noch eine passende Grundausstattung an Zusatzsoftware. Der klassische Play Store steht selbstverständlich ebenfalls per Schnellzugriff zur Verfügung.

Sonderpunkt: Telefonoption

Ganz so wie beim Vorgänger lässt es sich auch mit dem zweiten Fonepad telefonieren, simsen und via 3G-Verbindung durchs Internet sausen – der klassische Sim-Karten-Steckplatz macht es möglich. So wird das Tablet im Handumdrehen zur vollwertigen Telefon-Touchscreen-Station beziehungsweise übergroßem Smartphone. Und: Der Klang der Hörmuschel sowie die Übertragungswerte des Mikrofons können durchaus mit dem eines „normalen“ Mobiltelefons Schritt halten – auf beiden Seiten der Gesprächspartner kommen klare und einigermaßen hintergrundfreie Geräusche an. Neben 3G unterstützt das Asus Fonepad 7 auch HSDPA+ Verbindungen sowie WLAN-Netzwerke!

Technische Daten (Auszug)

Prozessor Intel Atom, 1.6 GHz
Arbeitsspeicher 1 GB RAM
Speicher 16 GB intern, bis zu 64GB per microUSB
Display 7 Zoll Touchscreen – Auflösung 1280 x 800 Pixel
Digitalkamera Front: 1,2 Megapixel; Rück: 5 Megapixel
Datenübertragung WLAN 802.11 a/b/g/n, Bluetooth 4.0, 3G, GPRS, EDGE, HSPA+, UMTS
Gewicht 327 Gramm
Akkulaufzeit ca. 10 Stunden
Betriebssystem Android 4.2.2
Fazit

Einen preisleistungsstarken Tablet-PC, der etwas mehr als die klassische Mattscheibe zu bieten hat – wer dies sucht, ist mit der Neuauflage des Fonepads von Asus bestens beraten. Denn neben einem kleinen Abzug für den nicht 100 Prozent abgestimmten Bildschirm sowie der etwas unspektakulären Außenhülle kann das Fonepad 7 schlichtweg mit absoluten Topwerten dienen. Da ist es eigentlich schon schade, dass es den Telefonmeister mit Touchscreen „nur“ als 7-Zöller gibt. Vielleicht wird sich Asus jedoch noch für ein Fonepad 8 oder Fonepad 7 II begeistern lassen. Der Technikbranche würde es gut tun.

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