Microsoft Surface 2 Test

Der stetig wachsende Markt der Tablets ist für viele Unternehmen eine mittlerweile nicht zu unterschätzende Gewinnsparte auch fernab des iPads, welches lange als Nonplusultra am Markt galt. Der ewige Applekonkurrent Microsoft hat das Thema Tablet lange Zeit eher defensiv gehandhabt, erst im September 2012 erschien mit dem Surface das erste Tablet unter dem Dach des kalifornischen Softwareriesen. Bereits ein Jahr später erschien mit dem Surface 2 die nächste verbesserte Generation des sich als Verkaufsschlager entpuppenden Gerät der ersten Generation.

Gelungener Nachfolger und iPad Konkurrent?

Auf den ersten Blick unterscheidet sich das Tablet mit einer Bildschirmdiagonalen von 10,6 Zoll im Tablet Test kaum vom Vorgänger. Wenn man allerdings genauer hinsieht fallen einem sofort viele Details auf, andere Änderungen hingegen hingegen erst nach längerer Benutzung. Gleichgeblieben ist das Display, welches wie beim Vorgänger eine Full HD Auflösung aufweist: 1.920 x 1.080 Bildpunkte im Seitenverhältnis von 16:9, also kinotaugliches Breitbildformat. Dank eines neu installierten Sensors, welcher die Lichtverhältnisse besser misst, ist auch die Verwendung bei schwierigen Lichtverhältnissen nunmehr sehr gut gelungen – einer der Kritikpunkte am Vorgängermodell. Ebenfalls ein großer Unterschied zum Modell der 1. Generation ist die einzige Produktionsfarbe: statt schwarz setzt Microsoft nun auf ein hochwertig anmutendes silber für Rahmen und Rückseite, was dem Gerät auf jeden Fall schmeichelt. Wer gerne Farbe in das Leben des Surface bringen möchte hat weiterhin die Möglichkeit entsprechende Schutzhüllen in vielen knalligen Farben gesondert zu erwerben.

Für Nutzer eines anderen Tablet, gerade eines iPads, fällt sofort auf, dass sich das Surface 2 zwar ebenso hochkant wie horizontal benutzen lässt, aber die eigentliche Benutzungspräferenz eindeutig bei länglichen Verwendung liegt. Das durchdachte ausklappbare Standfußsystem des Vorgängers wurde angepasst, nunmehr lassen sich zwei Winkelgrößen einstellen, was der Benutzerfreundlichkeit eindeutig entgegenkommt. Weiter konnte das schon bekannte schlanke Design nochmals angepasst werden, sodass die 2. Generation mit 9 Millimetern und nur 676 Gramm eher ein Handschmeichler als ein Klotz in der Hand ist.

Technisch sehr gut aufgestellt

Während andere Tablets sich auf einen Daten- bzw. Ladeanschluss sowie einen Kopfhörerausgang und gewohnter Rechenarchitektur beschränken trumpft das Surface 2 hier sehr stark auf. USB 3.0, Bluetooth 4.0, einen Nvidia Tegra 4 Chip mit 1,7 GHz sowie 2 Gigabyte an Arbeitsspeicher reichen aus, um sowohl das aufgespielte Betriebssystem Windows RT 8.1 als auch weitere Programme zügig zu nutzen. Abgerundet werden die Kerndaten eines jeden Tablets mit einer Frontkamera, welche bei Surface eine Auflösung von 3,5 Megapixel sowie eine Rückenkamera mit 5 Megapixel aufweist, sodass Fotos in einer guten Qualität gemacht werden können. Natürlich reicht das nicht an eine vollwertige Kamera heran, aber dafür soll das Surface 2 auch nicht herhalten und dennoch macht das Fotografieren auch mit dem Tablet Spaß, gerade weil man kein sperriges Equipment für schnelle Schnappschüsse benötigt.

Es werden zwei Speichergrößen angeboten, einmal 32 Gigabyte und einmal 64 Gigabyte, wobei der Speicherbedarf dank eines microSDXC Kartenslots jederzeit erweitert werden kann und dies ohne strikte Restriktionen bezüglich der Maximalgröße. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber anderen Herstellern. Für Kunden, die keine microSDXC Karten nutzen, bietet sich eine kleiner Tipp an: dank des USB Anschlusses lassen sich externe Festplatten oder Cardreader anschließen, an welche man dann seine bevorzugten Speicherkarten anschließen kann. Somit ist ein Aufräumen des Tablets sehr schnell erledigt, da man keine weiteren Programme am PC benötigt, die in der Handhabung manchmal doch etwas suboptimal auftreten.

Handhabung

Die allgemeine Benutzung geht intuitiv von der Hand auch für Käufer, die keinen Windows 8 PC zur Verfügung haben, bedarf es keiner großen Eingewöhnung. Der unumstößliche Vorteil des Produkts von Microsoft gerade für den Ersatz eines anderen mobilen Computers ist eindeutig der USB 3.0 Anschluss. Sämtliche Geräte werden direkt erkannt, sei es jetzt Drucker oder Kamera oder sonstige Eingabegeräte. Hier merkt der Käufer jederzeit, dass PC Spezialisten am Werk waren.

Ebenfalls sehr innovativ ist die Möglichkeit, zwei Apps parallel nebeneinander laufen zu lassen. Somit können beispielsweise Sportereignisse verfolgt werden, während man eine Officeanwendung bearbeitet. Selbstverständlich befindet sich ein bereits vorinstalliertes Officepaket auf dem Surface 2 und, da kann man die Flaggen der anderen Hersteller nach Belieben hochhalten, das ist gerade für geschäftliche Nutzer ein eindeutiger Vorteil gegenüber den Konkurrenzprodukten, welche sich mit halbgaren Anwendungen versuchen.

Reines Officeprodukt also für Geschäftskunden? Weit gefehlt: auch wenn man das Surface 2 vielleicht eher als Officetablet deklarieren möchte gibt es auch im Unterhaltungssektor einige Glanzpunkte. Dank des hochauflösenden Displays kann man HD Filme genießen, welche per Touchbewegung über WLAN auf den heimischen Fernseher geworfen werden können. Zwar ist das generelle Appangebot im Store nicht mit Android oder iOS Geräten vergleichbar, aber im Großen und Ganzen findet man, wenn auch manchmal mit einiger Suche, die passende App für fast jede Situation. Qualität statt Quantität dürfte hier die Devise sein.

Microsoft profitiert im Entertainmentbereich weiterhin von der hauseigenen Xbox Serie, da neben Portierungen bekannter Spiele das Anbinden eines xBox Controllers absolut reibungslos geschieht. Wer schon einmal versucht hat, einen Bluetooth Controller an ein anderes Tablet anzuschließen wird hiervon begeistert sein. Ebenso sind firmeneigene Streamingdienste auch auf dem Tablet verfügbar, sodass auch im multimedialen Segment ordentlich gepunktet werden kann, auch wenn man das auf den ersten Blick nicht unbedingt vermutet.

Ein kleines Schmankerl packt Microsoft für seine Kunden noch obendrauf: so erhält jeder Käufer 200 Gigabyte an dem Clouddienst Skydrive für die Laufzeit von zwei Jahren kostenlos hinzu. Das nennt man Kundenfreundlichkeit, gerade wieder im Vergleich mit anderen Anbietern, welche bereits für kleinere Volumenmengen einen stattlichen Preis aufrufen.

Wo viel Licht da auch viel Schatten?

Nein, aber dennoch gibt es einige Kleinigkeiten, die man zumindest wissen sollte. Das beigefügte Ladekabel ist relativ kurz bemessen, ein Aufladen neben dem heimischen PC über die Steckerleiste artet somit in ein Abenteuer aus. Im Gegensatz zu anderen Geräten ist der Preis relativ hoch und das Gerät wird gerade bei Spielen doch deutlich wärmer als Produkte der Konkurrenz. Aber diese negativen Punkte beeinflussen den Spaß den man mit dem Gerät hat eigentlich kaum, da auch andere Hersteller mit ähnlicher Kritik leben müssen und eine zu hohe Wertigkeit dieser Punkte dem gesamten Produkt in keiner Weise gerecht werden würden.

Technische Daten (Auszug)

Prozessor NVIDIA Tegra 4
Arbeitsspeicher 2 GB RAM
Speicher 32 GB oder 64 GB Speicher
Display 10,6-Zoll-ClearType-Full-HD
Auflösung: 1920 x 1080
Seitenverhältnis: 16:9 (Breitbildformat)
Toucheingabe: 5-Punkt-Multitouch
Digitalkamera 5 Megapixel
Abmessungen 275mm x 173mm x 8,9 mm
Gewicht 676 Gramm
Akkulaufzeit bis zu 10 Stunden laut Hersteller
Betriebssystem / Software Windows RT 8.1, Microsoft Office 2013 RT
Fazit

Das Surface 2 ist ein hervorragendes Tablet und kann Interessenten, die eine Alternative zu den Platzhirschen suchen, durchaus empfohlen werden. Gerade die Möglichkeit, die bekannten Officeanwendungen zu nutzen sorgen im beruflichen Alltag bei Über-die-Schulter-Schauern für erstaunte Blicke. Allerdings liegt hier auch das große Manko gegenüber anderen Herstellern: während gerade Samsung und Apple ihre Tablets als reine Lifestyle Produkte anpreisen, stellt Microsoft die gesamte Surface Familie eher schlicht, ja manchmal sogar etwas bieder dar.

Natürlich ist das nicht vergleichbare Appangebot für Kunden, die der Marketingidee der beiden großen Konkurrenten folgen, ein ausschlaggebender Punkt gegen das Gerät von Mircrosoft, aber wer sich mit dem Gedanken befasst demnächst ein Netbook zu erwerben sollte sich auf jeden Fall das Surface 2 genauer ansehen. Denn als alltäglicher PC Ersatz für das Erstellen von Officedokumenten gibt es auf dem Markt derzeit keine bessere Lösung als das Surface 2. Hinzu kommen selbstverständlich weitere Annehmlichkeiten eines Tablets, sodass man bei dem Surface 2 vielleicht statt einem Konkurrenten für die bisherigen Spitzentablets eher von einem Konkurrenten für die Sparte der Netbooks sprechen sollte.

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