Samsung Galaxy Tab 4 im Test

Samsung bringt mit dem Galaxy Tab 4 10.1 WIFI bereits die vierte Generation des erfolgreichen 10,1-Zoll-Tablets auf den Markt. Da stellt sich die Frage, was sich gegenüber der Vorgängerversion verändert hat – und warum man zu dem neuen Galaxy Tab 4 greifen sollte.

Design und Haptik
Vergleicht man das Äußere des Tablets mit seinem Vorgänger, fällt auf den ersten Blick nichts Gravierendes auf – die Abmessung mit 176,4 x 243,4 x 7,9 mm sind nur unwesentlich größer. Es ist 0,3 mm breiter und länger geworden, dafür aber 0,5 mm dünner und hat um rund 20 Gramm „abgespeckt“. Die vierte Version des beliebten Android-Tablets wiegt nur noch 494 Gramm.
Das bewährte Design hat Samsung beibehalten. Der Rückseite wurde eine Struktur spendiert, die Leder nachempfunden ist. Sie besteht zwar immer noch aus Kunststoff, fühlt sich jedoch angenehm in der Hand an. Die Verarbeitung ist – wie von Samsung nicht anders gewohnt – sehr gut.

Display
Am Display wurde wenig verändert. Es löst nach wie vor mit 1280 x 800 Bildpunkten auf und bietet ein Bildverhältnis von 16:10. Es eignet sich ideal für den Genuss von HD-Videos. Dank eines hohen Kontrastes werden Fotos und Filme ordentlich dargestellt, wenn auch nicht mehr in den übertrieben brillanten Farben des Vorgängers. Die Eingaben über den präzisen Touchscreen werden schnell umgesetzt.

Außen „hui“ und innen „wow“
Was schön aussieht, muss noch lange nicht gut sein – könnte man meinen, doch weit gefehlt: Die Koreaner haben, was die Leistung angeht, deutlich nachgelegt und gegenüber der dritten Generation dem Galaxy Tab 4 10.1 WIFI einen Quadro-Prozessor spendiert. Es ist ein Snapdragon 400 von Qualcomm mit vier Kernen und einer Taktrate von 1,2 Ghz. Die Leistungssteigerung macht sich in der Praxis sehr deutlich bemerkbar, insbesondere im Multi-Window-Modus, wenn mehrere, gleichzeitig geöffnete Anwendungen genutzt werden. Hierbei spielt der Prozessor sein ganzes Leistungspotential gekonnt aus. Dies geht allerdings zu Lasten des Akkus, denn der neue Prozessor verbraucht mehr Strom als der bislang verwendete Zwei-Kern-Prozessor. Allerdings kann er bei einem geringeren Leistungsbedarf, wie beispielsweise beim Surfen im Internet, bis zu drei Kerne abschalten und damit die Akkulaufzeit erhöhen.

RAM und Speichererweiterung
Der Arbeitsspeicher wurde gegenüber dem Galaxy Tab 3 um 512 MB auf 1,5 GB erweitert und sorgt in Verbindung mit dem starken Prozessor für eine gute Performance des Tablets, zumal das aktuelle Android-Betriebssystem in der Version 4.4 zum Einsatz kommt. Es geht deutlich ressourcensparender mit dem Speicherplatz um als seine Vorgänger. Zusätzlich lässt sich der 16 GB große interne Speicher mittels Micro-SD-Speicherkarte um bis zu 64 GB erweitern.

KitKat – das aktuelle Android in der Version 4.4.2
Mit KitKat wurde vieles gegenüber der Vorgängerversionen verändert, neue Funktionen implementiert, die Übersichtlichkeit verbessert und das System vor allem entschlackt und dadurch beschleunigt. Dies hat ein verbessertes Multitasking und wesentlich schnellere Reaktionszeiten zur Folge. Vor allem den Chrome-Browser hat Google stark überarbeitet. Dadurch sollte auch der Arbeitsspeicher im täglichen Gebrauch ausreichen. Neben der Reduzierung des Speicherbedarfs und der Geschwindigkeitsverbesserung stehen nun auch die Google-Dienste Now und Google+ auf dem Homescreen zur Verfügung.

Im Bereich der Fenstertechnik sind ebenfalls neue Funktionen hinzugekommen: Mit Multi-Window lassen sich mehrere Fenster darstellen und man kann Online shoppen, Filme ansehen, E-Mails abrufen oder mit Freunden chatten. Gleichzeitig arbeiten kann man mit zwei Apps im Modus Multiview. Außerdem gibt es den neuen Fullscreen-Modus, der die Menü- und die Statuszeile vollständig ausblendet, vorausgesetzt die App unterstützt diesen speziellen „Immersive Mode“.

Die Anbindung der Cloud-Dienste wurde ebenfalls überarbeitet. Nun kann jede App auf alle installierten Cloud-Dienste zugreifen, ohne dass man bei jeder App die Zugangsdaten erneut eingeben muss. Die Google-Tastatur lässt sich, wie bereits von WhatsApp bekannt, zwischen Buchstaben und Smilies umschalten. Selbstverständlich beseitigte Google nebenbei auch viele Bugs der früheren Versionen. Am meisten dürften sich Familien jedoch über die neue Funktion „mehrere Nutzer“ freuen. Wenn sie das Tablet gemeinsam nutzen, können bis zu acht Nutzer ihren individuellen Homescreen mit persönlichem Hintergrundbild und ihren eigenen Apps anlegen.

Sehr hilfreich in der Praxis ist die Seitenleiste am rechten Bildschirmrand. Dort kann man seine wichtigsten Apps wie E-Mail oder die Fotogalerie hinterlegen und hat durch einen Fingerwisch schnellen Zugriff auf sie. Damit bleibt nicht nur der Homescreen „aufgeräumt“, es sieht auch nicht gleich jeder, was man so alles auf seinem Tablet gespeichert hat.

Office-Software
Für alle, die unterwegs mehr als nur Videos ansehen möchten, beispielsweise um zu arbeiten, ist bereits ein Office-Paket vorinstalliert. Es beinhaltet neben einer Textverarbeitung auch eine Tabellenkalkulation und ein Präsentationsprogramm von der Firma Hancom. Da es sich bei der installierten App nur um einen Viewer handelt, ist zum Editieren der Dokumente das kostenlos downloadbare Editing Tool von Hancom notwendig.

USB 2.0 und Bluetooth 4.0
Das Galaxy Tab 4 10.1 besitzt einen Micro-USB-Anschluss an der Mitte der langen Seite, in Höhe des Home-Buttons. Darüber lassen sich Daten austauschen und der Akku aufladen. Bedauerlicherweise hat Samsung einen ungünstigen Platz für den Anschluss gewählt, zumindest, wenn man während des Ladens einen Film ansehen möchte und das Tablet dabei mit einer Hülle aufrecht auf dem Tisch steht. Die Stereolautsprecher befinden sich in der Querlage links und rechts. Der Klang ist für Tablet-Lautsprecher in Ordnung. Außerdem verzichtet der Hersteller beim Galaxy Tab 4 10.1 auf einen Infrarotsender. Damit kann man das Tablet nicht wie das Vorgängermodell als TV-Fernbedienung nutzen. Für die Kommunikation mit anderen Geräten steht Bluetooth 4.0 zur Verfügung.

Akku
Im Tablet wird ein nicht auswechselbarer Akku mit stolzen 6.800 Wattstunden verbaut. Seine Akkuleistung reicht selbst für längere Sitzungen ohne Stromquelle. Je nach Nutzungsart hält eine Akkuladung zwischen 10 und 15 Stunden. Die Schattenseite des großen Akkus ist seine recht lange Ladezeit von etwa fünf Stunden bei einem fast leeren Akku.
Nützlich zum Energiesparen ist die Funktion „Smart Stay“, die die Augen des Nutzers erfasst und das Display abschaltet, sobald dieser nicht mehr auf das Display schaut.

Kameras, GPS
Das Tablet besitzt zwei Kameras. Für Selfies und Video-Chats steht eine 1,3-Megapixel-Kamera zur Verfügung, die für diese Anwendungen ausreicht. Für die Rückseite wählte Samsung eine Kamera mit einer Auflösung von 3 Megapixel. Wahrscheinlich ausgehend davon, dass man mit einem 10-Zoll-Tablet ohnehin nicht das Hauptaugenmerk auf die Kamerafunkion richtet.
Das Galaxy Tab 4 10.1 besitzt selbstverständlich auch einen GPS-Sensor, so lässt sich das Tablet auch perfekt als Navigationsgerät nutzen.

Technische Daten (Auszug)

Prozessor Cortex-A7 (1,2 GHz)
Arbeitsspeicher 1.536 MByte RAM
Speicher 16 GB Speicher intern, per microSD erweiterbar
Display 10,1 Zoll (1.280 x 800 Pixel)
Seitenverhältnis 16:10
kapazitiv mit Multitouch
Digitalkamera 3,1 Megapixel
Abmessungen 24,4 x 17,6 x 0,9 cm
Gewicht ca. 495 Gramm
Akkulaufzeit ca. 10 Stunden
Betriebssystem / Software
Fazit

Zugegeben, die Displaytechnik ist nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit. Doch für ein 10-Zoll-Tablet reicht die Darstellung allemal, und in Verbindung mit dem präzise und schnell arbeitenden Touchscreen bekommt man mit dem Samsung Galaxy Tab 4 10.1 WIFI ein Markenprodukt eines namhaften Herstellers mit Garantie und nicht irgendein schlecht reagierendes Tablet eines No-Name-Herstellers aus Fernost. Außerdem sorgt das aktuelle Android-Betriebssystem KitKat in Verbindung mit dem leistungsstarken und ressourcenschonenden Quad-Core-Prozessor sowie dem ausdauernden Akku für deutlich mehr Effizienz als noch beim Vorgängermodell. Mit dem Tablet macht es einfach Spaß zu arbeiten, zu surfen, HD-Videos anzusehen oder einfach nur mit Freunden zu chatten. Vor diesem Hintergrund ist das Preis-Leistungs-Verhältnis bei den derzeitigen Angeboten von etwas über 200 Euro für diese Ausstattung als sehr gut zu bezeichnen.

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